Schwere Erkrankungen wie Krebs oder ein Herzinfarkt können uns in jedem Lebensabschnitt treffen. Damit Erkrankungen in einem möglichst frühen Stadium erkannt werden können, bieten die gesetzlichen und privaten Krankenkassen ihren Versicherten Früherkennungsuntersuchungen an. Denn die Behandlungs- und Heilungsmöglichkeiten sind meist umso besser, je eher eine Krankheit erkannt wird.

Vorsorge ist heutzutage für uns alle selbstverständlich. Mit Alters-, Hausrat- und Haftpflichtversicherung beispielsweise sorgen wir dafür, dass die finanzielle Belastung im Ernstfall so gering wie möglich ist. Und unser Auto bringen wir regelmäßig zur Inspektion, um es auf Herz und Nieren prüfen zu lassen.

Aber wann haben Sie die letzte vorsorgliche Gesundheitsuntersuchung bei Ihrem Arzt machen lassen? Leider findet bei den meisten von uns die Gesundheitsvorsorge nach dem Vogel-Strauß-Prinzip statt: Mir wird schon nichts passieren.

Am bekanntesten sind die Früherkennungsuntersuchungen für Schwangere, Neugeborene und Kinder. Wenn Fehlentwicklungen rechtzeitig erkannt werden, können dauerhafte Schäden meist vermieden oder vermindert werden.

Bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres haben Kinder Anspruch auf neun entsprechende Untersuchungen (U1 bis U9), nach Vollendung des zehnten Lebensjahres auf eine weitere Untersuchung (J1) zur Früherkennung von Krankheiten, die ihre körperliche oder geistige Entwicklung gefährden könnten.

Aber auch bei Erwachsenen sind Vorsorgeuntersuchungen sinvoll, denn unbehandelter Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterinwerte können zu ernsthaften Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu Schlaganfall und Herzinfarkt führen. Dabei reichen oft schon kleine Verhaltensänderungen aus, um bestehende Risikofaktoren zu mindern. Die Gesundheitsuntersuchung dient dazu, Ihre individuellen Risikofaktoren zu finden - und einen persönlichen Fahrplan zu ihrem Abbau zu erstellen.

Ab dem 35. Lebensjahr sollte daher für alle Versicherten die Gesundheitsuntersuchung ("Check-up 35") auf dem Programm stehen. Sie wird alle zwei Jahre durchgeführt und dient zur Früherkennung insbesondere von Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie der Zuckerkrankheit. Die Gesundheitsuntersuchung beinhaltet: die Aufnahme der Krankengeschichte, eine Ganzkörperuntersuchung, eine Blutuntersuchung auf Gesamtcholesterin und Glucose und eine Urinuntersuchung.

Auch sind bösartige Tumore im Bereich von Dickdarm, Prostata, der weiblichen Brust und des weiblichen Genitale durchaus heilbar, wenn sie schon im symptomfreien Stadium, also frühzeitig erkannt werden. Treten Beschwerden auf, ist es oft schon zu spät. Daher haben Frauen und Männer Anspruch auf Untersuchungen zur Früherkennung von bestimmten Krebserkrankungen.

Dabei findet bei Frauen ab dem 20. Lebensjahr eine gynäkologische Untersuchung und ein zytologischer Abstrich statt. Ab dem 30. Lebensjahr kommen das Abtasten der Brust und der Achselregion sowie eine Anleitung zur Selbstkontrolle hinzu. Außerdem sollten die Haut, Kopfhaut und Schleimhäute inspiziert werden.

Männer ab dem 45. Lebensjahr haben Anspruch auf eine Tastuntersuchung der Prostata und der äußeren Geschlechtsorgane.

Für beide Geschlechter wird ab dem 45. Lebensjahr eine manuelle Untersuchung von End- und Mastdarm und ab dem 50. Lebensjahr ein Test auf verborgenes Blut im Stuhl ermöglicht.
Außerdem können Sie ab dem 56. Lebensjahr zweimal alle zehn Jahre eine Darmspiegelung zur Untersuchung des gesamten Dickdarms auf Tumore in Anspruch nehmen.

Alle weiteren Laborleistungen und Untersuchungsmethoden werden im Rahmen der Früherkennung von den gesetzlichen Krankenkassen nicht finanzierten. Diese können jedoch, wenn gewünscht, im Rahmen individueller Gesundheitsleistungen (Vorsorge plus) erbracht werden. Sie können daher folgende Untersuchungen als individuelle Gesundheitsleistung wünschen:

  • eine weitere Gesundheitsuntersuchung nach einem Jahr
  • EKG als Vorsorge-Maßnahme
  • Lungenfunktionsprüfung z.B. für Raucher
  • weitere Blutuntersuchungen z.B. zur Beurteilung von
    • Leber,
    • Niere,
    • Bauchspeicheldrüse,
    • Schilddrüse,
    • Entzündungszeichen
    • Eisen-Haushalt
    • Gicht
  • spezielle Blutuntersuchungen z.B.
    • PSA zur Erkennung von Prostata-Veränderungen
    • AIDS-Test
    • Hormonbestimmungen

Für Früherkennungsuntersuchungen muss keine Praxisgebühr bezahlt werden. Die Krankenkassen können ihren Versicherten darüber hinaus einen Bonus gewähren, wenn sie regelmäßig an den Früherkennungsuntersuchungen teilnehmen

Nutzen Sie diese Chancen und fördern Sie den Erhalt Ihrer Gesundheit!


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